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Chinesischer Nußknacker Nach
dem Tod Mao Tse-tungs 1976 öffnete sich China dem Westen. Deutsche und
vor allem amerikanische Handelsfirmen
ließen daraufhin im Billiglohnland China Nußknacker erzeugen. Es gab
auch taiwanesische Firmen, bei denen man Nußknacker
kaufen konnte, aber durch die hohen
Lohnkosten im eigenem Land ließen auch diese Firmen in China
produzieren. Bestellt in Taiwan – produziert in China. Bei
den ersten Mustersendungen chinesischer Nußknacker Ende der siebziger Jahre
begann durch den langen Transportweg das Holz zu schimmeln. Auch die schlechte
Ausführung und die mangelnde Qualität waren ein Verkaufshindernis. Die
Produktion generell war nicht einfach im Land der aufgehenden Sonne. Der Chinese
hatte keinen Bezug zum Nußknacker, kannte diesen und auch Weihnachten nicht.
Ein Exporteur erzählte, daß Arbeiter überzeugt waren, Grabbeigaben
herzustellen. Die Terrakotta-Armee von Xian, welche dem toten
Kaiser zum Geleit im Jenseits mitgegeben wurden, stand dabei wohl gedanklich
Pate. Erst
nachdem die Modelle überarbeitet wurden, gelang es größere Mengen vor allem
in Kaufhausketten abzusetzen. Die Masse der Asiaten litt jedoch an Proportions-,
vor allem aber an Qualitäts-Mängeln, und einige Händler gingen wieder dazu über,
den Erzgebirge-Nußknacker anzubieten. Bei
qualitativ hochwertigen Asiaten war bei Unsicherheiten bis vor kurzem der
Sockel-Boden ein prägnantes Erkennungsmerkmal. Der chinesische Nußknacker-Boden
ist, da der Sockel in Farbe getaucht wird, auch am Boden bemalt. Im Gegensatz
dazu ist der Erzgebirge-Nußknacker am Boden unbemalt. Da aber auch im
Erzgebirge bereits Holzteile getaucht werden, fällt für Nußknacker neueren
Datums dieses Unterscheidungsmerkmal weg. Weitere Erkennungszeichen sind Kinnbart und Kopfhaar, die bei vielen Asiaten aus
Zuckerwatte ähnlichem, unförmig langem Kunsthaar bestehen. Es gab auch Nußknacker,
bei denen Kaninchenfell als Haarschmuck verwendet wurde. Diese Ausführung
kostete bedeutend mehr, die aber bei einem chinesischen Nußknacker keiner
bezahlen wollte. Vereinzelt haben Nußknacker auch asiatische Gesichtszüge und
einzigartige Nasen, die nur der fernöstlichen Vorstellung von Schönheit
entsprechen können. Exportiert wurden und werden die chinesischen Nußknacker europaweit, vor allem aber nach Amerika wo der Herstellernachweis „Made in China“ angebracht werden mußte. Glücklicherweise wurden nicht nur diese Stücke mit dem Aufkleber versehen, wodurch eine Zuordnung erleichtert wird.
Beschreibung der Nußknacker vom rechten Seitenrand. v.o.n.u.: Nußknacker-Robin Hood, Provinz Zhejiang (China) um 1985. Nußknacker, Provinz Zhejiang (China) um 1985. Nußknacker-Soldat, Provinz Zhejiang (China) um 1985. Unten rechts: Nußknacker-Eisenbahner, Provinz Zhejiang (China). Von links nach rechts (hinten): um 1985, um 1994, um 1990. Mitte vorne um 1985. Sammeln.at Plattform für Sammler |
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