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<  Porzellan - Keramik - Glas  ~  Wer kennt das Motiv und den Hersteller ?
Jutta
BeitragVerfasst am: 16.01.2009 08:09  Antworten mit Zitat



Anmeldungsdatum: 14.01.2009
Beiträge: 2

Guten morgen zusammen,

Auf den folgenden Bildern seht Ihr deutlich ein KPM. ABER ein im Internet bekanntes Auktionshaus sagt, es wäre nicht von KPM Berlin, sondern eher KPM Schlesien. Schön. Für jemanden, der blauäugig an die Sache rangeht eine recht unfreundliche Abfuhr ohne jegliche Anrede usw. ( ich finde, wenn man im Internet schon seine Kenntnis so hoch preist, darf man sich nicht beschweren, wenn immer wieder Anfragen von Unbedarften kommen.... das weiß man vorher...)
Da ich gar keine Ahnung habe, wo ich noch überall suchen kann, versuche ich mein Glück nun hier.
Ich habe also jetzt herausgefunden, daß diese zwei Schalen( Ihr seht nur eine ), eventuell so circa vor 1845 von der Krister Porzellan-Manufaktur gefertigt wurden.
Wer kann darüber was erzählen ?

Besonders sind die Motive irritierend, da Krister sich schon 1844 wieder an die neue Marke der KPM Berlin anähnelt, mit Krone. Das passt m.M.n. aber nicht zum Motiv.

Ich bin um jede Info dankbar !
hier die Bilder ( ich hoffe das klappt auch...):

http://i469.photobucket.com/albums/rr53/Jutta72/P1130001.jpg
http://i469.photobucket.com/albums/rr53/Jutta72/P1130005.jpg

Vielen Dank
Jutta
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szajko
BeitragVerfasst am: 16.01.2009 16:26  Antworten mit Zitat



Anmeldungsdatum: 05.12.2008
Beiträge: 8
Wohnort: Budapest-UNGARN

hello, hier ist auf Englisch die Kristel info-Seide

szajko

http://www.porcelainmarksandmore.com/silesia/waldenburg_1/00.php
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-Marc-
BeitragVerfasst am: 16.01.2009 16:37  Antworten mit Zitat



Anmeldungsdatum: 10.12.2008
Beiträge: 15
Wohnort: Linz

Hallo!

Zitat:
hello, hier ist auf Englisch die Kristel info-Seide

szajko


Und das hier:

http://www.porzellan-indischblau.de/marken/krister1.htm

also für die Allgemeinheit, denke du warst schon soweit
Smile

Lg, Marc
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pintsch61
BeitragVerfasst am: 17.01.2009 12:57  Antworten mit Zitat



Anmeldungsdatum: 28.03.2007
Beiträge: 104

Hallo Jutta,

Das mit der "unfreundlichen Abfuhr" verstehe ich nicht ganz, - ein Hinweis. daß es sich um Krister, statt um die Berliner KPM handelt, ist doch eher ein nützlicher Tip.

Zur Sache selbst :
1. Es ist schon verrückt, wie die Manufakturen anno dazumal gemarkt haben. Krister ist ein typisches Beispiel, man lies wohl kein Motiv aus (Krone, Zepter, Baum, Stern etc.pp.), um den Markterfolg zu optimieren und bediente sich auch gern populärer Marken. Wer z.B. die ganzen Pseudo-Schwerter-Marken kennt, weiß, wie leicht es sich manche Hersteller machten, und wieviele Anstrengungen Meissen dagegen unternahm.

2. Deine Datierung mit "eventuell so circa vor 1845" ist wohl nicht zutreffend. Confused Die Szene auf dem Schälchen ist eine humorvolle Episode aus dem deutschen Kolonialleben (die Uniformen sind definitiv die des Kaiserreichs). Da aber Deutschland erst ab ca. 1890 kolonial in Erscheinung trat, muß die Herstellung wohl zwischen 1890 und dem ersten Weltkrieg liegen.

Beste Grüße !

Frank
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-Marc-
BeitragVerfasst am: 17.01.2009 16:49  Antworten mit Zitat



Anmeldungsdatum: 10.12.2008
Beiträge: 15
Wohnort: Linz

Hallo nochmals

Zitat:
In Deutsch-Ostafrika wurden erstmals eigene militärische Einheiten für eine deutsche Kolonie gebildet. Hier hatte 1889 der Reichskomissar Wissmann im Auftrag der deutschen Regierung eine private Söldnerarmee zur Bekämpfung des Aufstandes der ostafrikanischen Küstenbevölkerung aufgestellt. 1891 wurde diese sogenannte Wissmann-Truppe in eine Streitmacht des Deutschen Reiches umgewandelt.

Die Truppen setzten sich aus deutschen Offizieren, Sanitäts- und Veterinäroffizieren, Unteroffizieren und Beamten zusammen, die für diese Tätigkeit aus Heer beziehungsweise Marine ausschieden und mit der Option zur Rückkehr in den Dienst der Schutztruppe wechselten. Die Mannschaftsdienstgrade in Ostafrika waren durchweg mit angeworbenen Einheimischen besetzt, die Askari genannt wurden. Es gab auch „farbige“ Unteroffizere und Offiziere, die mit ägyptisch-osmanischen Rangbezeichnungen wie Schausch oder Effendi benannt wurden.


Soweit mal zur ungefähren Datierung (also um, bzw. nach 1889 - ?)
Vermutlich wurde das Motiv aktuell zu diesem Anlass gewählt, also 1891.

Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Schutztruppe

Lg, Marc
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-Marc-
BeitragVerfasst am: 17.01.2009 17:16  Antworten mit Zitat



Anmeldungsdatum: 10.12.2008
Beiträge: 15
Wohnort: Linz

Text gelöscht [unbedeutend]


Zuletzt bearbeitet von -Marc- am 18.01.2009 13:59, insgesamt 1-mal bearbeitet
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Peter Bense
BeitragVerfasst am: 18.01.2009 12:50  Antworten mit Zitat



Anmeldungsdatum: 03.05.2007
Beiträge: 199
Wohnort: 3....

Hallo Jutta,
nun auch noch der Senf vom Peter,

so schleichen sich in der Datierung einer Marke Fehler ein und werden abgeschrieben.:
Chris (das ist der engl. Textverfasser) datiert die Marke auf 1840 - 1895. Die Bremer Indischblau-Sammlerin (zu der leider kein Kontakt herzustellen ist) übernimmt diese Datierung.

Lt. Danckert wurde diese Marke aber erst am 26.10.1885 beim Kgl. Amtsgericht zu Waldenburg als Warenzeichen eingetragen und genutzt bis ???.

Röntgen erwähnt den Zeitraum 1885 - (1905 ?).

Miedtank erwähnt den Zeitaum 1885 - ca. 1903.

Zühlsdorff erwähnt den Zeitraum 1885 - (1906 ?)

Also nichts vor 1885.

Diese Datierung gibt mit den Datierungen der Kolonialkenner (zu denen ich nicht gehöre) eine m.E. abgeschlossene und stimmige Aussage.

Viel Spaß mit den Teilchen,
Peter

P.S.: Wenn Dir die Fundstellen nichts sagen, bitte nochmal melden.
Solltest Du Interesse an Porzellanmarkenliteratur bekommen haben, empfehle als erstes, weil gut und preiswert, den Röntgen, Robert E., Porzellanmarken. (Bei Amazon mal eingeben)
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Markoliner
BeitragVerfasst am: 18.01.2009 14:24  Antworten mit Zitat



Anmeldungsdatum: 09.03.2008
Beiträge: 27
Wohnort: Ossiland

Hallo Peter,
Du hast mit dem Abschreiben sicher recht. Man fragt sich wirklich, wer von wem abschreibt da häufig Quellennachweise fehlen.
Bei Gerhard Schmidt-Stein, "Schlesisches Porzellan vor 1945" der sich umfangreich auch mit Krister-Porzellan beschäftigt hat findet man auf Seite 295 zu diese Marke folgendes:
"Etwa 1840 bis etwa 1895, eingetragen 1885 Krister Porzellanmanufaktur..."
Aber das will nix sagen.
Viele Grüße
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Peter Bense
BeitragVerfasst am: 18.01.2009 15:59  Antworten mit Zitat



Anmeldungsdatum: 03.05.2007
Beiträge: 199
Wohnort: 3....

Hallo Markoliner,

Wenn es zum Abschreiben interessiert, ein kleine (große) Anekdote:

Ich bin bekannterweise Blaumalerei-Sammler mit Schwerpunkt Zwiebelmuster außerhalb der KPM Meissen.

Ich habe etliche mit M.P.M. gemarkte Zwiebelmuster Teile.
Miedtank ordnet die Marke unter [M 71] E.&A. Müller, Schönwald zu.
Unsere Forumsfreundin Uli hat mit Hinweis auf eine Schönwald Spezialistin diese Herkunft auch verneint.
Ich habe Miedtank nach seiner Quelle gefragt. Das sei Röntgen.
Ich hatte die Röntgen-Ausgabe 2000. Kein MPM zu finden. Nach Anruf bei Röntgen erhielt ich die Auskunft, Miedtank habe die engl. Ausgabe zitiert. Er, Röntgen habe die Marke beim Transformieren ins Deutsche vergessen.
In der neuesten Auflage verzeichnet Röntgen die Marke bei Eisenberg (systematisch m.E. immer noch falsch - aber wenigstens Eisenberg). Meine seit Jahren vermutete Zuordnung der Marke zu Jäger vor 1900 bekam Sicherheit durch das Büchlein Geschichte des Eisenburger Porzellans (Ich glaube, Du hast mich darauf hingewiesen - Dank nochmal).

Zur Qualität der Fachliteratur:

Ich persönlich halte im Augenblick den Danckert 7.Aufl. (unter Leitung von Frau Ebbecke) als profiliertesten und seriösesten Porzellanmarkenführer. Frau Ebbecke bemüht sich um belegmässig nachweisbare Zuordnungen. MPM fehlt bei ihr noch.- nächste Auflage. Sie sagte mir neulich, daß all dieses Wissen im Fluß ist - aber irgendwann muß solch Buch auch auf den Markt - mit all seinen Lücken. Recht hat Frau Ebbecke (Ich hoffe, sie liest dieses Forum.)

Ich bin gespannt auf die 3. Auflage des Zühlsdorff (Mitte welchen Jahres ?)

Tot kijk
Peter
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Markoliner
BeitragVerfasst am: 18.01.2009 16:42  Antworten mit Zitat



Anmeldungsdatum: 09.03.2008
Beiträge: 27
Wohnort: Ossiland

Hallo Peter,
gerade zu schlesischem Porzellan müsste man polnisch können. Ich kann es nicht. Da scheint es recht interessante Literatur zu geben:

http://www.antyczek.pl/leksykon-znakow-slaskich-fabryk-porcelany-gatys-p-508.html?osCsid=02

Einen interessanten Band in deutsch / polnisch habe ich noch:
"Beste Qualität zu zivilen Preisen - Schlesisches Porzellan seit 1820"
Schlesisches Museum zu Görlitz
konnte man dort telefonisch bestellen
Viele Grüße
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Jutta
BeitragVerfasst am: 18.01.2009 18:10  Antworten mit Zitat



Anmeldungsdatum: 14.01.2009
Beiträge: 2

Ich finde es immerwieder schön, wenn Hobby und oder Beruf den Menschen hier so richtig Spaß machen Smile

Vielen Dank für die Infos, ich hatte die Marke wie gesagt, in eine frühere Zeit eingeordnet und war deshalb irritiert, weil die Kollonialzeit ja später kam.
Jetzt werde ich mich durch die Geschichte wühlen, denn tatsächlich existierte ein Polnischer Zweig und entsprechende Verwandschaft und ein Kollege kann mir sicher bei ein paar Übersetzungen helfen.

Ja, der Hinweis auf die Manufaktur war wirklich hilfreich, vielleicht werde ich mich doch noch mal dort melden....

Weiß jemand, wofür solche Schalen waren ? Seife, Kekse, Ascher ??
Mein Mann schlägt jedesmal die Hände überm Kopf zusammen, wenn ich sie ab und an zum Katze füttern verwende Smile
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Markoliner
BeitragVerfasst am: 19.01.2009 12:10  Antworten mit Zitat



Anmeldungsdatum: 09.03.2008
Beiträge: 27
Wohnort: Ossiland

Hallo Jutta,
ich habe mir das Schälchen nochmal angesehen. Mal meine durch nichts fundierte Meinung:
Kein namhafter deutscher Porzellanfabrikant hätte es wohl damals gewagt, deutsches Militär so zu karikieren. Ich empfinde es jedenfalls so.
Aber schlesische Manufakturen haben relativ viel Weißware ausgeliefert. Wer immer das dann auch fertiggestellt hat.
Ich würde die Schälchen jedenfalls nicht als Futternapf verwenden.
Viele Grüße
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pintsch61
BeitragVerfasst am: 19.01.2009 17:36  Antworten mit Zitat



Anmeldungsdatum: 28.03.2007
Beiträge: 104

Hallo Markoliner,

nicht der Deutsche, - die Eingeborenen sind Karikaturen!

Und dieses Bild passt bestens in die Gedankenwelt der Kolonialzeit. Ich habe Schul - u.a. Bücher, da wimmelts gradezu von Bildern, die den Deutschen als Lebemann und Kulturbringer, den Afrikaner aber als willfährigen und naiven Kasper darstellen.
Solche Darstellungen waren absolut 'in' und verherrlichten eh das dt. Militär, als Deppen wurden ja immer die anderen, die 'Fremden' hingestellt. Das war kein Problem für ein Design auf Keramik und Porzellan, das war das damalige Denken. Heute sehen und bewerten wir das anders.

Ciao !

Frank
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